MATTHIAS SCHULZ

Die letzten 20 Jahre fotografiere ich hauptsächlich in Farbe. Hin und wieder entwickelte ich Bilder auch in schwarz/weiss, aber mein Hauptaugenmerk lag bislang auf der Farbenkombination und deren Bearbeitung. Seit Anfang 2019 widme ich mich zunehmend der schwarz/weiss-Fotografie. Was mich dazu motiviert hat ist folgendes. Die Bedeutung von Licht und Schatten, Kontrasten, Linien und Formen treten durch die Darstellung eines Bildes in schwarz/weiss, bzw. Graustufen, deutlich ausgeprägter in den Vordergrund. Der Betrachter wird durch Farben direkt emotional angesprochen. Dies entfällt bei einem schwarz/weiß-Bild. Die Reduktion auf Helligkeitsstufen lässt die Aufnahme in erster Linie grafisch wirken. Formen und Konturen des Motivs werden verstärkt dargestellt. Durch die Farbfotografie lässt sich zeigen wie etwas aussieht. Graustufen zeigen das Motiv verfremdet und gleichzeitig auf eine bestimmte Weise betont. Die Realität wird eher subjektiv interpretiert. Um solch ein Graustufenfoto zu entschlüsseln, muss man sich auf die Aufnahme konzentrieren und einlassen. Eine weitere Wirkung der Graustufenfotografie ist deren gefühlte Zeitlosigkeit. Auf den Folgeseiten werde ich chronologische Beispiele meiner s/w-"Reise" zeigen. Die meisten Aufnahmen sind mit vorhandenem, natürlichem Licht aufgenommen. Falls Kunstlicht zum Einsatz kommen muss dient eine einzelne Lichtquelle (in der Regel ein Dauerlichtstrahler) als Sonnenlichtersatz. Von komplexen Studiolicht-Setups mit mehreren Blitzköpfen sehe ich momentan ab.

Matthias Schulz Fotografie - graugrau.de